Erinnerungen an eine schräge Zeit auf zwei Rädern - Detlef und die blaue ZX-9R

   

Eine Tour in die Eifel war angesagt.
Die Eifel hat nicht nur wundervolle Serpentinen zum Biken, sie liegt auch in der Nachbarschaft zu Luxemburg.
Und da in Luxemburg neben beeindruckenden Sehenswürdigkeiten auch der Sprit billiger ist als an deutschen Tankstellen, stand natürlich auch dort ein Besuch an.

Also mal davon abgesehen, dass die Eifel auch eine wundervolle Landschaft ist.
Solange die Maare ruhig bleiben...
(Ich persönlich liebe die Landschaft an Mosel und Saar. Insbesondere das kleine und verträumte Städtchen Saarburg im Verwaltungskreis Trier (mit dem bei türkischen Landsleuten sehr beliebten Nummernschild - TR).
Für einen Tagesausflug von früh bis spät, gibt's da den ganzen Tag was zu sehen oder unternehmen.
Z.B. ein Blick in die Glockengießerei Mabilon, ein Spaziergang durch eine weitgehend erhaltene typische
deutsche Altstadt mit Bach und Mühle oder zur Burg hinauf. Das nur als Tipp für etwaige Saar- oder Moselreisende.)

Irgendwann hatten Detlef und ich unsere Freundinnen und "unseren Holländer" verloren.
Schwupp, sind mal eben wo abgebogen und weg waren sie.
Nun düsten wir so suchend durch die Lande und erfreuten uns am Anblick von Feldern, Wiesen und Wäldern.
                                   
Nach einer langen Geraden ging es dann irgendwann 90° rechts herum.
Dann bot sich uns Anblick, den ich hier zuerst aus der Vogelperspektive darstelle und danach versuche, den Eindruck von vorne darzustellen, bevor wir zur eigentlichen Aktion der Geschichte kommen.

 

Das rote X markiert die Stelle, an der wir um die Kurve kamen. Sonst sollte alles ganz klar sein...
Nun zur Ansicht von vorne. Zugegeben, etwas holprig gebastelt, aber fotorealistisch war gerade nicht :-(

 

Wir kommen also auf eine Gerade, links ein etwa kniehoch bewachsenes Feld, rechts der Wald.
Geradezu auch Wald, hinter dem Feld erkannt man vor dem Wald einen schmalen Streifen der Straße, die folglich nach links weiter verläuft.

Die Strecke bis zum Wald reichte gerade aus, um "einmal zart am Gashahn zu ziehen".
Aus der Erinnerung würde ich sagen, dass es höchstens 500m waren, eher weniger.
Egal wie mutig man nun ist, irgendwann kommt der Moment vor der Kurve, in dem es nötig ist den Anker zu werfen, damit die Kurve nicht einen ungewollten Verlauf nimmt, und Fahrer und Maschine zu Schaden kommen.

Detlef war vorher schon auf dem Nürburgring eine Runde gefahren und sollte seine Ninja kennen.

Dann dachte ich aber irgendwann (und das geht da ganz fix) .oO°...wenn er jetzt nicht bremst, wann dann?...°Oo.
Ich hupe also wie ein Wilder mit Lichthupe und Tröte aber der Detlef hört und sieht das nicht.
Ich bremse, unser Abstand vergrößert sich augenblicklich aber vor mir kommt kein helles rotes Licht.

Ich denke .oO°...na, er wird doch nicht mit knapp 100 Sachen da rum wollen...°Oo.
Was geradezu war, konnte ich noch nicht erkennen aber ganz sicher war ich mir, dass die Straße nach links verlief.   

Ich schau mir noch den Kurveneingang an, da geht's ab.
Ein ganzes Stück vor mir fing das Rücklicht von Detlefs Ninja an, einen Veitstanz aufzuführen.
Wie bei einem bockenden Pferd der Schweif, tanzte das Rücklicht vor mir in den Wald.

Detlef, mit schwarzem Visier UND Sonnenbrille beschirmt, hatte sichtlich alle Mühe, die Ninja gerade zu halten und zum Stehen zu bekommen.

Hinterher meinte er, er wäre sicher gewesen, dass die Straße geradeaus weiterginge...
Tatsächlich führte hinter der Kurve ein leicht ansteigender Sandweg für die Forstbewirtschaftung geradeaus in den Wald.

Also Sand ist im Schneckentempo schon eine haarige Angelegenheit mit einem 180er Schlappen, bei dem Tempo mit dem Detlef in den Wald "geknallt" ist aber, würde ich das nicht versuchen.

Aber irgendwie sah es auch zum Schreien komisch aus...