Operation: Broken Arrow

 


Einige, auch eher unscheinbare und nebensächliche Fehler, sind uns in dem 1996er Actionfilm von John Woo mit John Travolta, Christian Slater und Delroy Lindo aufgefallen.

Zu Beginn von "Operation: Broken Arrow", ist Major Deakins (Travolta) mit seinem Copiloten Captain Hale (Slater) auf einem nächtlichen Übungsflug für Tests des Stealth-Systems unterwegs.
Kurz nachdem Deakins Hale mit Gewalt seine Absicht klar gemacht hat, die beiden an Bord befindlichen Wasserstoffbomben stehlen zu wollen, befördert er Hale



mit seinem Schleudersitz aus dem Cockpit. Der stürzt mit seinem Fallschirm in einen Naturpark, in dem bereits Deakins Leute im Anmarsch sind und schon zwei
Camper erschossen haben.

Hale gerät kurz darauf im Morgengrauen in eine Konfrontation mit dem weiblichen Park Ranger Terry Carmichael (Samantha Mathis), die auf der Suche nach der
Ursache einer Reihe von Schüssen im nächtlichen Park unterwegs ist.
Dabei hält sie ihm ein Messer an den Hals, während er ihr den Revolver an den Kopf hält, den er ihr zuvor in einem Gerangel abgenommen hat.



Sie blufft und behauptet, der Revolver sei nie geladen. Hale fällt darauf herein, obwohl die zwei Patronenböden in den Mulden der Trommel gut zu erkennen sind.
Warum sollten die anderen Kammern leer sein? Sogleich bereut Hale seinen Fehler.

Als Offizier hat Hale eine Grundausbildung absolviert. Zu der gehört auch der Umgang mit Handfeuerwaffen. Daher dürfte Hale nicht auf den Bluff hereinfallen.
Denn wenn man von hinten auf die Trommel sieht, kann man auch erkennen ob sich darin Patronen befinden oder nicht. Also zumindest der Bereich links wird ja vom
Rahmen nicht verdeckt (oberes Foto).

Im weiteren Filmverlauf zündet Deakins in einer stillgelegten Mine eine der beiden Bomben um die Ernsthaftigkeit seines Erpressungsversuchs zu untermauern.
Kurz vor der Detonation ist er mit seinen Fahrzeugen auf einer Straße zu sehen, wo er von einem Militärhubschrauber gezwungen wird anzuhalten.
Da er weiß, dass die Explosion unmittelbar bevorsteht und der Elektromagnetische Puls den Hubschrauber abstürzen lassen wird, verhält er sich zögerlich defensiv.



Das die Elektronik im Hubschrauber nicht gleich komplett ausfällt,


alles blinkt wie wild

mag noch realistisch sein. Immerhin handelt es sich um Militärgerät für den Einsatz unter Strahlung. Zudem erfolgte die Sprengung unterirdisch.
Doch das der Hubschrauber noch vor dem ersten Bodenkontakt



bereits im Triebwerksbereich explodiert, dass ist unrealistisch weil es keinen Grund gibt.
Hier kracht es zu früh. Der Rotor dreht sich weiter, wie man im nächsten Bild sieht.



Hier auch mal auf die Höhe der Felsen im Hintergrund achten.



Hier hat der Rotor erst aufgesetzt, der früheste mögliche Moment für eine Triebwerksexplosion. Doch die Hülle des Helis ist gar nicht beschädigt!
Die Explosion war also nur eine Stichflamme. Der Grund bleibt dennoch unklar.

Während dieses Spektakels steckt sich Deakins eine Zigarette an,



die jedoch erst kürzer



und dann wieder länger wird


 

Später wird auf einem Zug ein weiterer Hubschrauber gezeigt. Mit dem wollte Deakins sich absetzen, was daran scheitert, dass Hale die Treibstoffleitung getrennt



und das Kerosin hat auslaufen lassen.



Beim Einschalten der Zündung entflammen sofort die aufsteigenden Gase. Dieser Hubschrauber explodiert ebenfalls.



Doch die aufsteigende Rauchwolke



ist von kurzer Dauer: Schnell brennt das Wrack ohne Qualm in hellen Flammen.



Doch die Kunststoffteile (Verkleidungen, Sitze, Lack etc.) und noch vorhandener Treibstoff oder Öl, müssten weiter eine schwarze Rauchwolke verursachen.

Kommen wir zur Verfolgungsjagd auf dem Zug. Ein Asiat aus Deakins Crew wird von Wilkins vom Hubschrauber aus erschossen.



Seine Waffe hat einen Gurt den er um den Arm gewunden hat.



Gleich wird man ihn im Hintergrund liegen sehen - aber ohne die Maschinenpistole.

Während sich Terry und Hale hinter einer Satellitenantenne verstecken, fängt diese die Kugeln ab und erlaubt es, die Treffer zu zählen.



Neben ihnen liegt der tote Asiat, dem aber jetzt die MP fehlt und der jetzt mit dem Oberkörper weiter an der Dachkante liegt:
Sein Kopf liegt nicht mehr in der Armbeuge wie oben, beide Unterarme sind nach oben angewinkelt.



Lustig ist es auch



hier die Treffer zu zählen, die



von Geisterhand plötzlich nicht mehr zu sehen sind.



und jetzt, damit es spannender wird, stehen die beiden hinter der Schüssel auf und schießen zurück. Die Ecke an der Antenne ist wieder dran.



und jetzt isse wieder ab. Wie oft die Szene wohl gedreht wurde? Die Leute am Schnitt hatten sicher etwas den Überblick verloren.

Ein weiteres Fragezeichen wirft die Szene auf, in der Colonel Wilkins (Delroy Lindo) von einem dritten Hubschrauber aus versucht, zwei von Deakins Leuten daran zu hindern, Terry und Hale zu erschießen, die auf dem fahrenden Zug vor den Schießwütigen flüchten.



Dazu lässt Wilkins den Hubschrauberpiloten parallel neben den Zug steuern um die Verfolger mit dem Hauptrotor zu erledigen.



Viel Zeit zu reagieren hat er nicht, doch der erste taucht noch unter dem Rotor weg.
Seinen Kumpan sieht man in einer Naheinstellung bei der Berührung mit dem Rotor, die mit einem satt bupp erfolgt.
Der Getroffene hat in der Szene eine (sehr seltsam aussehende)



 Brustwunde und



stürzt rückwärts vom Zug.
Ein Rotortreffer mit einem solch "harmlosen" Streifen wäre schon unglaubliches Glück. Doch die Wucht hätte den Getroffenen auf jeden Fall in Rotationsrichtung weg geschleudert.

          V 3.1, 02.06.2016                     Link gekürzt mit bitly.com