The Code

 


Auf zum nächsten Produkt aus Hollywood, einem Film, der sich ganz offensichtlich auch bei Ocean's Anleihen geholt hat: The Code - Vertraue keinem Dieb von Mimi Leder aus 2009,
ist eine recht verworrene Geschichte, um den Meisterdieb Keith Ripley und den Undercover Police Officer Gabriel Martin.
Auch die "zweite Reihe" ist mit bekannten Gesichtern wie Radha Mitchell, Rade Šerbedžija und Robert Forster (Jackie Brown) erfreulich besetzt.

Die Handlung beginnt überschaubar, mit einem Mord und einem Diamantendiebstahl in der U-Bahn.
Es folgt ein Kennenlernen zwischen Ripley und Martin, dass dem Zuschauer suggeriert, dass Ripley Martin für einen gemeinsamen Job anheuern will. Nachdem Martin einen Geschmack davon bekommen hat, was Ripley antreibt, einen so heißen Job machen zu wollen, beginnen die beiden sofort mit der Planung dafür.
Gestohlen werden sollen ein paar
Fabergé-Eier von 1917, deren tatsächliche Existenz nicht einmal belegt ist.

Die besagten Eier liegen im Hochsicherheitstresor eines Nachfahren der Romanows, der seinerseits die Polizei mit großzügigen Spenden ruhig stellt, während er von den USA aus, den Ausverkauf russischer Kulturgüter betreibt, weswegen ihn das FBI im Visier hat. Daher wird den Ermittlern des NYPD der Fall Ripley vom FBI entzogen, nachdem man in NewYork gerade erst auf Ripley aufmerksam geworden war.

Dann beginnen Verstrickungen, die die Handlung am Laufen halten aber keinen schlüssigen Plot ergeben.
Und dabei sind uns ein paar Sachen aufgefallen, die noch mehr zur Diffusion des Verständnisses beitragen.

Bei einer Gala für die Polizei, führt Romanow mit seinem Vertrauten, den Police Commissioner und dessen Begleiter in den Tresorbereich und erläutert die Sicherheitsmaßnahmen.

Er öffnet dabei mit Handabdruck und Codewörtern zum Stimmvergleich, die Tür zu einem weiteren Tresor, mit den wertvollsten Gütern (die Gegenstand der FBI-Ermittlungen sind).
Gemeinsam betreten sie dann den Innenraum und Romanow erklärt noch Details der dortigen Vitrinen.

Weitere Sicherungsmaßnahmen entschärft Romanow nicht.
Währenddessen schneiden Ripley und Martin, über eine versteckte Minikamera mit Mikro im Kragen von Romanow, die Besichtigung für ihren Coup via Smartphone mit.

Als Ripley und Martin später im Tresorraum ankommen, müssen sie ein Lasernetz ausschalten.

Die Sicherheitsvorkehrungen sind so massiv, dass nur die zwei "Könige" gemeinsam in den inneren Tresor gelangen.
Vor dem Betreten fordert Romanow einen der Wachleute auf: "...die Bewegungsdetektoren aus..."
Die nächste Sicherung hinter der sowieso schon sehr sicheren Tür, kann jeder vom Wachraum aus deaktivieren???
Wo wäre da der Sinn?
Dann spricht er von Sensoren, die - bla bla - dann in umgekehrter Reihenfolge aktiviert werden müssten.
Der Sinn dieser Aussage wird nicht weiter erhellt...
 

Um in den Vorraum zu gelangen durchbrechen sie bei ihrem Raub im Keller eine Wand.
Mit aufwändiger Technik a la Ocean's sägen sie einen Block aus der hinderlichen Wand heraus.

Und die Bilder aus der Szene, schauen wir uns mal genauer an, denn jetzt wird's ulkig.
Ich, der ich das hier schreibe, habe mal einen Metallberuf gelernt und kann sagen, dass ich mich mit Werkzeugen auskenne. Das Filmteam eher nicht.

Der Block soll mit einem E-Fuchsschwanz aus der Wand getrennt werden....
Theoretisch wäre das mit der richtigen Maschine und einem entsprechenden Sägeblatt auch möglich aber was uns der Film zeigt, GEHT NICHT oder ist unlogisch.

Für eine Stichsäge benötigt man etwas wo man ansetzen kann. Einfach das Sägblatt in die Wand drücken geht nicht. Man müsste für jeden Schnitt etwa 3 Bohrlöcher übereinander setzen und könnte erst dann die Säge ansetzen.

Den Eindruck das zu tun, vermittelt Martin hier

Doch was wirft da solche Funken? Das ist Effekthascherei an der falschen Stelle.
Besonders lustig ist die kleine "Bosch" mit der die beiden hier auf eine Wand von etwa 40 - 50 cm Dicke losgehen.
Bei allem was sie noch dabei haben, hätte jeder Profi hier auf eine "Hilti" gesetzt.
Für die Stärke der Mauer, die wir hier am heraus getrennten Block abschätzen können,

kann ich mir nicht vorstellen, dass es passend lange Sägeblätter gibt.
Das Blatt müsste ja auf beiden Seiten auch noch ein Stück herausragen.
Schauen wir uns den Block noch einmal von vorne an.

Hier ist der Block an den Ecken ein wenig angestoßen, mehr aber nicht. Die nötigen Bohrlöcher fehlen, sie wären gut zu sehen wenn es sie gäbe. Korinthenkackerei?
Bis hierher meinetwegen.
Aber bei den nächsten beiden Bildern, wird der Zuschauer wirklich auf den Arm genommen. Sie kommen tatsächlich in der Folge nach dem Block hier oben.

Tadellos sieht er aus! Frisch verputzt, die Kanten wieder knackig scharf geschnitten.
An den Seiten sind keine Sägemale zu sehen. Sogar die "Steine" aus denen der angebliche Betonblock gemauert ist, sind an der Seite gut erkennbar.
Wie kommt ein gemauerter Block in eine Betonwand???
Und warum mauert jemand in einem Installationskeller eine Reihe Ziegel vor diese Betonwand?

Jetzt sehen wir wieder den Block mit den angestoßenen Ecken...

Und jetzt der Ausschnitt von der anderen Seite:

Die waagrechten Streifen auf der Wand sind normal. Es sind Abdrücke aus der Bauzeit von den Betonschalen.
Doch die senkrechten Kanten sind wie bei einem Fenster ordentlich glatt. Das ganze Rechteck ist perfekt ausgeschnitten.
Diese Präzision wäre für den Zweck gar nicht nötig. Sie wäre aber auch mit den gezeigten Werkzeugen nicht möglich.
Die Sägeschnitte hätten zumindest ein leichtes Wellenmuster und Riefen von den Sägehüben hinterlassen.

Das ist schon etwas lieblos gemacht worden.
Doch wenn wir noch einmal an Ocean's denken, kommt jetzt der Lacher schlechthin.

Um in den zweiten Tresorraum zu gelangen, müssen die beiden "ungleichen Helden" dessen Türschloss überlisten.
Wie zu Beginn von Ocean's 13 oder auch in Heat, bohren sie dazu die Tür an

und führen ein Endoskop in das Bohrloch ein

Doch dann wird's unklar:

Trotz des Endoskops probiert Martin auf der Code-Tastatur immer wieder neue Codes aus, während Ripley nur ins Schloss schaut und überprüft,

ob die letzte Eingabe korrekt war

Und das ist jetzt richtiger Unsinn. Mit einem Stethoskop hätten sie das Einrasten deutlich hören können und hätten sich Zeit, Ausrüstung und Arbeit für das Bohren gespart.
Code eingeben, horchen - weitersehen. Ohne bohren.

Das Endoskop hätte nur dann einen Sinn ergeben, wenn die Kombinationseinstellung mit einer konventionellen Drehskala erfolgt wäre. Dann könnte man die Stellung der Riegelplatten beim Drehen beobachten.

          V 3.0, 02.02.2016 -