Briefe von der Ostfront

Hier nun zu einem traurigen Briefwechsel aus dem 2. Weltkrieg, wie es ihn  so oder sehr ähnlich, bei Millionen Familien überall auf der Welt gegeben haben wird.

Doch es ist noch einmal etwas ganz anderes, die Empfindungen der beiden Schreibenden mit zu fühlen, wenn man in den Zeilen die Angst überdeutlich erkennt, nachdem man in dieses Einzelschicksal eingetaucht ist.
Auch das Wissen um die Namen der beiden Eheleute Veronika und Josef, trägt zu einer immer weniger anonymen Sichtweise der Korrespondenz bei. Sie werden mit jedem Feldpostbrief immer vertrauter.

Ein Obergefreiter der Wehrmacht schreibt seiner Frau von der Ostfront. Die meisten uns vorliegenden Briefe sind von ihm, einige wenige von seiner Frau. Der Älteste ist von Ende September 1943, sein letzter Brief ist vom 11.07.1944.

Ab Mitte Juli 1944 gingen die Briefe der Ehefrau mit dem Stempel " Zurück - neue Anschrift abwarten" an sie zurück.
Ende Juli schreibt sie von ihrer Sorge um ihn, weil sie schon so lange keine Post mehr von ihm bekommen hat.
Die ersten Briefe dieser Korrespondenz fehlen vollständig.

Aus den Nachkriegsjahren liegen uns noch zwei Schreiben vor, die die Versuche der Frau zeigen, den Verbleib ihres Mannes zu klären. Ein Ergebnis ihrer Suche konnten wir leider nicht finden.


V 1.2, 24.06.2016