2013 und die Überraschung Lana Del Rey...

                            Erst gab es 'ne CD von einer Lana Del Rey in den Media Markt-Prospekten, die in die Zeitungen
                            geklemmt werden. Ich hatte mir angesehen was gerade so rausgedumpt wird und dachte:
                            Wer ist sie denn?

                            Dann ließ H&M eine neue Werbekampagne kleben und wieder tauchte diese Lana Del Rey auf.
                            Da ich mich noch gut an entsprechende Fotos meiner Eltern erinnern kann, fiel mir an Lana
                            zuerst einmal ihr Sixties-Style auf. Die Frisur und die Klamotten erinnerten mich sofort an Filme
                            aus der Glanzzeit von Goldie Hawn.

                            Neugierig geworden was denn die junge Dame so macht, dass man sie kennen müsste, fragte
                            ich unser aller YouTube. Und ei gugge da: Sie macht mit einer Wahnsinnstimme ganz eigene
                            Musik. Wenig später waren meine Herzdame und ich glückliche Besitzer der "Born to die - The
                            Paradise Edition".
                            Sehr erstaunt über die unzähligen anderen Titel die man so findet wenn man nur fleißig sucht,
                            stellten wir uns plötzlich die Frage, tritt Mrs. Grant (bürgerl. Name) womöglich dieses Jahr i-wo
                            in der Nähe auf?

                            Diesmal wurde Google zum Orakel - und heißa, wer hätte das gedacht - kaum über zwei Monate
                            waren es bis zum nächsten Konzert in Town. Und ein paar Karten gab es auch noch.
                            Zwar nicht geschenkt, all incl. haben wir je Karte 52 und Eus bezahlt, aber zeitlich hatten wir
                            schon mal Glück.

                            Das schottische Gitarren-Quartett Kassidy eröffnete den Abend.
                            Mal ein Stück hören ist OK, aber die Jungs müssen noch an ihrer Perkussion arbeiten.
                            Es fehlen ein paar Highlights.
                            Somit gab es für das Warm Up nur ein "nett".

                            Nicht mehr nett fanden dann irgendwann immer mehr Besucher, dass die Pause nach Lana's
                            Support-Act inzwischen länger dauerte, als deren Auftritt.
                            Die Pfiffe und Buhrufe waren berechtigt.
                            Eine derart lange Wartezeit hat noch kein Soundcheck benötigt, den ich erlebt hätte.
                            Und das waren viele!

                            Nach einer gefühlten 3/4 Stunde kam dann das Gretchen auf die Bühne.

                                               
                                                       
                                    Den Opener "Cola" präsentierte Lana dann zu einem Teil im "Graben" vor der Bühne und begrüßte
                                    die Teenieschar unter ihren Fans mit Hände abklatschen.

                                    Und schon mit dem ersten Titel stellt Lana Del Rey klar, sie wird den Erwartungen gerecht.

                                    Die "Born to die" ist ein Ohrenschmaus, die Probe auf's Exempel sollte ein Genuss werden!

                                    Lana sang nicht original wie auf der CD, sondern zeigte sich freier und begeisterte mit feinen
                                    Variationen der bekannten Stücke. Body Electric, Born to die, Gods and Monsters trug sie nicht
                                    nur überzeugend und Live-erfahren vor, sie wurde von ihrer Band auch in fast vollkommener
                                    Harmonie unterstützt. Hier und da war der Sound etwas zu laut vor ihrer Stimme, doch insgesamt
                                    waren auch Born to die und Blue Jeans das lange Warten wert.

                                    Dann gab es eine Überraschung. Mit einer Coverversion von Nirvana's "Heart shaped Box" bewies
                                    Lana auch Talent als Rockröhre!
                                   
                                    Weitere Titel der "Born to die - The Paradise Edition" wie Carmen, Million Dollar Man, Blue Velvet,
                                    American, Without you, Ride und Summertime Sadness die selbstverständlich fällig waren, gab es auch
                                    Burning Desire als Non-Album-Track und Video Games, National Anthem.                               

                                  
                                    Musikalisch war die Karte jeden Cent wert. Die Stimme von Lana Del Rey mal live zu hören, war ein
                                    echtes Erlebnis. Die Arbeit des Gitarristen war gottgleich. Der Basser wechselte virtuos vom E-Bass
                                    zum Kontrabass und auch "der Mann am Klavier", der etwas versteckt den emotional perfekten
                                    Hintergrund zu Lanas Stimme lieferte, ist die erste Wahl.
                                    Die Beats lieferte ein offensichtlich humorbeseelter Drummer, gerne auch stehender Weise und mit
                                    der Präzision eines Uhrwerks.

                                   
                                    Ein kleines Tröpfchen Wermut hinterließ Lana dann nur noch mit ihrem Abgang.
                                    Getrennt von der Band verabschiedete sie sich von der Bühne.
                                    Und tatsächlich - es gab keine Zugabe. Schade.

 

                                    Trotzdem war das Konzert ein schönes Erlebnis. Gerne wieder mal.