Da macht man mal einen kleinen Umweg um den Meerschweinchen noch was Gutes zu tun und dann das.
                            Irgendwo hing da ein Plakat, dass
Mötley Crüe live in Berlin ankündigte! Und das schon in zwei Monaten.
                           
                            Wow - die Crüe hatte ich noch nie live gesehen, obwohl ich seit "Shout at the Devil" auf die Musik aus
                            LA stand. Und das ist mal ein paar Jahre her.
                            Dazu Slash im Vorprogramm. Ein geiles Billing denkt man da...

                            Zu Hause hab ich dann gleich mal einen Blick auf die Ticketpreise geworfen und schon etwas geschluckt.
                            Dann habe ich meine Crüe-Sammlung konsultiert und meine Herzdame gerufen.
                           
                            Was sagst du denn dazu?
                            Ein paar Stücke vorgespielt und etwas Stimmung gemacht, kam ich dann mit dem Konzert um die Ecke.
                            Na gut das es YouTube gibt...
                            Da haben wir uns dann noch ein paar Live-Vids angesehen, unter anderem Tommy hinter seinem
                            360°-Schlagzeug.
                            Richtig begeistert war meine Süße dann noch von Mick Mars Gitarrenarbeit.

                            Das Ergebnis war dann einige Tage später (in doppelter Ausführung) die hier:

                                   

                                   
Slash und Myles Kennedy kamen auf die Bühne und rockten das Haus. Aus dem Stand.
                                    Einfach so. Slash und Mannschaft waren in Top-Form.
                                   
                                    Myles Kennedy lief ständig Gefahr, Slash die Show zu stehlen. Als überzeugender Vollblutmusiker mit
                                    einer beeindruckenden Stimme stand er im Mittelpunkt, auch wenn die Slash-Fans gekommen waren, um
                                    einen Gitarrengott zu sehen und ihm zu huldigen.
            
                                    Zu den eigenen Werken des Meisters, kamen auch drei Stücke aus seinen Zeiten als Gunner:
                                    Paradise City, Welcome to the Jungle und Nighttrain.

                                    So war es dann auch keine Überraschung, dass nach dem "Support-Act" einige Besucher weit weniger
                                    interessiert und von weiter hinten, den Gastgebern des Abends lauschten.
                                    Für viele war die Reihenfolge sichtlich verkehrt herum.

                                    Ja. Die Stimmung war ganz klar Slash und Band zuzuschreiben, sie zu halten und weiter anzufeuern, die
                                    Aufgabe der Crüe.

                                    Nach den Umbauten auf der Bühne war es dann soweit, alles im Dunkel liegend, gab es Nebel, blaue und
                                    rote Spots - und dann die Crüe.
                                    Die Instrumente traten zu einem ersten gewaltigen Soundhappen an, so wie ich es erwartet hatte.

                                    Doch statt einem Vince Neil der nun mit dem Mikro losfeuert, gab es zunächst zwei Breaks, die das
                                    Publikum nicht begeistern konnten, sondern es abfederten.
                                    Dann der zweite Anlauf zu "Wild Side" und Vince fegt über die Bühne.

                                    Und dann kam nicht der aha- sondern der OH-Moment.
                                    Vince Neil klang für mich absolut kraftlos, ohne den Druck den man von den CDs her kennt.
                                    Einen Moment war ich wirklich entsetzt. Gesanglich, sorry, ganz ehrlich, war ich böse enttäuscht.

                                    Doch das war nicht alles. Ob es nun wegen der mangelnden Puste war, oder weil man es in den USA so macht,
                                    (das entzieht sich meiner Kenntnis), begann Vince sogleich das Publikum zum Mitsingen anzufeuern.
                                    Doch wie soll das beim Opener funktionieren, wenn der Sänger selbst nur mit den Armen rudert?

                                    Uff - das war wie Lüften im Winter. Keine Frage, sowohl Nikki mit seinem Bass, als auch Mick mit seinen
                                    Gitarrensoli wussten zu überzeugen.

                                    Dann wurde es Tommy, auf dessen legendäres Schlagzeug alle nur warteten, wohl zu dumm.
                                    Er sprang auf und ließ seinem Ärger darüber freien Lauf, dass man in Berlin bei einem Crüe-Konzert
                                    tatsächlich auf den Rängen saß statt zu stehen und zu Bangen.

                                    Irgendwie war die Luft damit raus. Die Crüe spielten ihr Set, Tommy lud eine Besucherin zu einer Runde
                                    360°-Schlagzeug ein und es kamen, gut gemischt, sowohl die Killer-Tracks der "Saints of Los Angeles"
                                    und auch die Pflicht-Klassiker an die Reihe.
                                    Ich würde jetzt nicht behaupten, dass die Jungs lustlos dahinspielten. Die Mucke war schon geil.
                                    Aber die Stimme am Mike war leider alles andere als der Hit.
                                    Und so kann ich nicht sagen, dass ich begeistert war.

                                    Insgesamt bleibt mir dieses Konzert in weniger guter Erinnerung.
                                    Slash könnte ich mir noch mal ansehen, auch Myles Kennedy aber Mötley Crüe gebe ich mir nicht noch
                                    einmal live.