Hallo und willkommen im bösen Blog

                                            Eines gleich vorweg - hier geht es nur ums Geld.
                                            Um unser aller, oft sauer und hart verdientes kleines Geld. Und das von Herrn 95%
                                            (zu dem wir gleich kommen werden), das von anderen mit vollen Händen und leeren Köpfen ausgegeben,
                                            ja auf den Kopf gehauen wird.
                                            Ohne das man uns vorher nach unserer Meinung fragen, oder so etwas wie Mitbestimmungsrechte einräumen
                                            würde. In einer Weise, die unausweichlich dazu führt, dass Menschen auf der Strecke bleiben.
 

                                            So sehr sich Herr 95% auch darum bemüht, nicht von den Medien beeinflusst zu werden,
                                            so sehr sieht er sich doch täglich den Schlagzeilen im öffentlichen Leben ausgesetzt.

                                            Das wir alle mehr oder weniger manipulierbar sind, ist eine Tatsache, mit der wir uns abfinden müssen.
                                            Das darf aber nicht bedeuten, dass wir uns auch ständig für dumm verkaufen lassen müssen.

                                            Leider muss ich sagen, dass ich es Herrn 95% und auch 95% der Wahlberechtigten nicht zutraue,
                                            zu erkennen und zu verstehen, was sie mit ihrer Stimmabgabe bewirken - oder in Kauf nehmen und genau das
                                            in Serie tun - sich freiwillig und ohne Gegenwehr für dumm verkaufen lassen.

                                            Herr 95% lernt, während er die Blog-Artikel "moderiert", wie es tatsächlich um unser ach so freies Land bestellt ist.
                                            Auch er befürchtet irgendwann, dass erst ein Großteil der Deutschen all die finanzierten Autos und Häuser nicht
                                            mehr wird bezahlen können, bevor die 95% der Wahlberechtigten, die mit ihren Wählerstimmen für die
                                            "Volksparteien" das System am laufen halten, wach werden und begreifen, dass sie ihr Leben lang der
                                            Esel hinter der Möhre sind, die ihnen tagtäglich vorgehalten wird.
                                            Und sich für diejenigen kaputt machen, die mit dem "großen Geld" spielen.
                                            Das die Möhre dabei immer kleiner wird, wird dann hinterher wieder keiner gesehen haben wollen.
                                            Wie sonst soll sich Herr 95% die Wahlergebnisse seit Willy Brandt's Amtszeit als Bundeskanzler erklären?         
                                           
                                                   

                                                       In einem Artikel vom 12.12.2012 berichtete "die Welt" über eine Marktforschungsanalyse zur Entwicklung der
                                            Kaufkraft in Deutschland für 2013. Dieser Artikel zeigt sehr deutlich das Gefälle bzgl. der Einkommen im Land.
                                            Außerdem finden sich unter dem Artikel, 13 grafisch aufbereitete Statistiken, denen zufolge z.B. das
                                            Durchschnittseinkommen in Berlin bei knapp über 40.000 Euro jährlich liegt.
   
                                            Das ist so verlogen, dass Herrn 95% die Worte fehlen.
                                            Statistiken sind ohnehin immer reine Ansichtssache - wenn der Betrachter denn nur versteht, dass mit beinahe
                                            jeder Statistik auch ein bestimmter Zweck verfolgt wird.
                                            Allerdings wird hier jedes Maß guten Geschmacks bei weitem überschritten.
                                            Denn ein jährliches Durchschnittseinkommen von 40.000 Euro bedeutet ein monatliches Brutto von 3333,33 Euro.
                                            Das wären für kinderlose Alleinstehende knapp 2000 Euro Netto im Monat.
                                            Und das klingt in der Tat wie ein Märchen!

                                             Aber die Erklärung folgt auf dem Fuß:
                                            Nehmen wir mal eine Schulklasse, in der die Hälfte der Schüler durchweg die Note 5 bekommen hat.
                                            Wie viele Schüler müssten jetzt durchweg Einsen auf dem Zeugnis haben, um den Notendurchschnitt ihrer Klasse
                                            wenigstens wieder auf eine 3 zu bekommen? Genau - alle anderen!
                                            Beispiel:

20 Schüler haben die Zensur 3 –> (20x3 = 60, 60/20 = 3) Durchschnitt = 3
10 Schüler haben die Zensur 1 und 10 Schüler haben die Zensur 5 –>
(10x1 + 10x5 = 60, 60/20 = 3) Durchschnitt = 3

                                            Mit Schulnoten lässt sich das Unverhältnis in dieser Einkommensstatistik jedoch nicht mehr darstellen.
                                            Denn hätten von 20 Schülern ganze 15 einen Durchschnitt von 5, dann hätten die anderen fünf Schüler auch mit
                                            einem Durchschnitt von 1 keine Chance, den Klassendurchschnitt auf besser als 4 zu heben.
                                            Sie müssten Noten im Plusbereich schreiben können.

                                            In der Realität verbuchen am Monatsende einige wenige so viel dazu, das es reichen würde, um ganzen Straßenzügen
                                            voller Menschen ein Leben zu ermöglichen, von dem die meisten träumen - und das sich diese wenigen kaum vorstellen
                                            wollen, weil es an ihren Ansprüchen gemessen noch immer primitiv wäre.
                                            Wie viele Nettoeinkommen im fünf- oder sechsstelligen Bereich, stehen den Einkommen von 1000 bis 1500 Euro
                                            Brutto gegenüber?

                                            Eines ist dabei sicher: Die vielen kleinen Verkäufer und Angestellten z.B. im Handel, in der Produktion, in der
                                            Gastronomie, dem Handwerk wie z.B. beim Friseur o.ä., verdienen ganz sicher beim Brutto weder 3333,33 Euro
                                            im Monat, noch 2333,33 - sondern weit weniger. Und das trifft damit auf eine Vielzahl von Berufstätigen zu.
                                            Auf zu viele, die trotz Vollbeschäftigung und geringen Ansprüchen, mit ihrem Geld kaum über die Runden kommen.

                                            Unterschiede bei den Einkommen sind ein Stück weit vertretbar und schon immer üblich gewesen. Auch Größere.

                                                     Die hohen Einkommen der "Figuren", die oft weit mehr bekommen als sie tatsächlich verdienen, verbiegen aber nun
                                            die Basis, an der sich dann jede Bemessung und Berechnung orientiert, die Politiker und Lobbyisten anstellen!
                                            Z.B. wenn es wieder einmal um die Frage geht, welche finanziellen Belastungen man der Bevölkerung noch zumuten
                                            kann! Ob es nun die Haushaltspauschale ist, oder steigende Strompreise. Oder ob man der Inflationsrate wieder einmal
                                            Preiserhöhungen anlasten darf (ohne das die Realeinkommen einen Ausgleich für die Mehrkosten hergeben würden).
                                           
                                            In der Realität büßen also all die kleinen Leute, deren Einkommen weit unter diesem verlogenen Durchschnitt liegen,
                                            immer wieder auf ein Neues dafür, dass sie eben keinen der hoch dotierten Posten bekommen haben.
                                            WEIL sie in der Mehrheit sind! Und die lässt sich trotz ihrer strapazierten Lage, noch immer willig melken.
                                            Und ein großer Teil dieser Mehrheit unterstützt in seiner Unwissenheit das laufende System in jeder Hinsicht.
                                            Auch dadurch, dass Produkte aus dem Hause Springer nicht nur gekauft werden, sondern deren Inhalten auch
                                            noch Glauben geschenkt wird, ohne zu hinterfragen was man da als "Informationen" serviert bekommt!

                                            Wir sind quasi da angekommen, wo die Industrie uns hin haben will. Im Konsumrausch mit ausgeschaltetem
                                            Gehirn.
                                            Wir kaufen, wenn wir es uns leisten können, was auch immer die Werbung uns als "must have" suggeriert.
                                            Spiegelreflex-DigiCam, CamCorder, Playstation und X-Box, PSP, Tablet-PC und Notebook, LCD-Fernseher
                                            und Mini-Hifi-System. AAA-Elektrogeräte und den neuen Golf.
                                            Unsere Fotos stellen wir ins Internet, Musik (be)ziehen wir aus dem Internet, über unser Smartphone nutzen
                                            wir das Internet wo es gerade geht. Mit Facebook und Co schlagen wir heute unsere Zeit tot, und bilden uns ein
                                            wir würden Kontakte pflegen (Ausnahmen bestätigen die Regel), wenn wir unseren Freunden den Status senden:
                                            "Der Kot war fest und ging gut ab." Das Klopapier von Lidl *mag ich*.

                                            Was hätten wir vor zwanzig Jahren mit "so viel" Freizeit gemacht? Streichholzstädte zusammengeklebt?
                                            Denn dafür würde bei vielen die Zeit reichen, die sie mit "Social Media" in ihrer primitivsten Form verbringen.

                                            Uns interessiert nur noch der Spaß, den wir uns in unserer Freizeit noch leisten können. Vor allem anderen
                                            verschließen wir, schön feste, unsere Augen.

                                            Weder das I-Net noch Spaß sind verkehrt! Beides muss sein!

                                            Nur wenn man sich damit zu einem schweigenden Konsumenten machen lässt, zu einer Arbeitsbiene, die still
                                            ihren Dienst tut und alles andere im Leben als gegeben hinnimmt, mehr oder weniger alles glaubt was man
                                            an "Informationen" vorgesetzt bekommt, dann ist das eine bedrohliche Entwicklung. Für jeden Einzelnen.
                                            Denn irgendwann gibt es zu einem derart konsequenten Wegsehen und Mitlaufen auch eine Rechnung.
                                            Auch wenn es jetzt noch so toll und bequem ist, mit Facebook o.ä., den eigenen Kopf vom Nachdenken über die
                                            essenziellen Dinge des eigenen Lebens abzuhalten.
                                            Man muss sich darüber klar sein, dass genau das gewollt ist.
                                            Nicht nachdenken, keine Wellen machen. Wer nicht nachdenkt und hinterfragt, kommt auch nicht auf die Idee,
                                            das sich was ändern muss.

                                            Früher war der Suff das ideale Werkzeug dafür. Er hat Geld in die Kassen gespült und die Leute haben ihren
                                            Kummer ertränkt. Doch das ist langfristig nicht wirtschaftlich. Alkoholismus kostet die Krankenkassen Geld
                                            und der Konsument stirbt für den Markt zu früh. Heute geht das subtiler und man kriegt auch die, die sich nicht
                                            betrinken wollen.
                                                                                       

                                            Im Frühjahr 1990 gab es in Fürstenwalde ein Gespräch mit mehreren Gleichaltrigen über die bevorstehenden
                                            ersten freien Wahlen in der DDR. Die Meinung war durchgehend folgende:
                                            "Rot haben wir lange genug gehabt. Wir wählen jetzt CDU!"
                                            Eine zunächst verständliche Meinung, die sicher so oder so ähnlich jeder, in einem ehemals sozialistischen
                                            Land lebende Wähler, nach der politischen Neuordnung im Osten Europas geäußert hätte.

                                            So wurden 40 Jahre DDR zum Turbolader für die politische Karriere des Dr. Helmut Kohl.
                                            Ein imposanter Staatsmann in jeder Hinsicht, eröffnete er dem nun geeinten Deutschland den Weg
                                            in ein gewaltiges Wirtschaftsgebiet ohne Grenzen. In ein vereintes Europa mit einer gemeinsamen Währung.
                                            Deren Namensgeber Theo Waigel wiederum, konnte sich mit dem Euro ebenfalls einen Platz in der europäischen
                                            Geschichtsschreibung sichern.
                                          
                                            In Deutschland erwartete man hüben wie drüben die vom Kanzler versprochenen blühenden Landschaften.
                                            Europa war aus damaliger Sicht noch so fern. Wen kümmerte da in einem Land, in dem die meisten Bürger
                                            davon ausgingen das nun alles besser würde, was in Brüssel passierte?

                                            Wie wir heute sehen, gibt es in Europa offenbar für vieles keine Grenzen.
                                            Z.B. kennt auch die Dummheit in Europa keine Grenzen.
                                            Vieles von dem was in Brüssel beschlossen wird, scheint denen, die hier im Land das Ruder befehligen, gut in
                                            den Kram zu passen. So wird mancher EU-Unsinn eben umgesetzt, weil er Gesetz ist und sich außerdem manche
                                            etwas davon versprechen.
                                            Wenn aber die EU einen gewissen Umgang mit Menschenrechten und der Meinungsfreiheit vorschreibt, dann
                                            wird das in Deutschland auch gerne mal ignoriert.

                                            Und am letzten Ende leben wir in Deutschland in einem Gebiet, dessen rechtliche Situation zumindest Zweifel
                                            an dem Eindruck hervorrufen sollte, den dieses "Staatskonstrukt" nach außen hin vermittelt.
                                            Deutschland gebärdet sich international wie ein souveräner Staat.
                                            Aber leben wir auch tatsächlich in einem solchen?
                                            Betreibt die Bundesrepublik Deutschland eine "Bundesrepublik Deutschland GmbH" oder stellt diese die
                                            Bundesrepublik Deutschland dar?
                                            Inwiefern sind deutsche Richter tatsächlich in ihren Möglichkeiten zur Rechtsprechung eingeschränkt, wenn man sich
                                            die SHAEF-Gesetze aus der Nachkriegszeit ansieht? Mancher Auslegung folgend, dürfte demnach kein/e Deutsche/r im
                                            Richteramt ein Urteil fällen, solange er/sie nicht durch eine persönliche Legitimation der US-Streitkräfte dazu befugt wäre. 
                                            Warum äußert sich niemand aus Regierungskreisen zu diesen und ähnlichen Spekulationen, die sich immer weiter
                                            verbreiten?

                                            Ebenso die Frechheit und die Dreistigkeit. Maßlosigkeit und Skrupellosigkeit vervollkommnen das Quintett.
                                            Da gibt es deutsche EU-Abgeordnete, die zwar die vollen Kosten für ihre Anwesenheit bei Sitzungen im EU-Parlament
                                            geltend machen, aber gar nicht dabei sind, wenn Dinge diskutiert werden, die auch das eigene Land betreffen.

                                            Aber warum Quintett? Da gibt es auch noch die oft scheinbare Hilflosigkeit.

                                            Egal wie sehr die Leute jammern wie schlecht es ihnen geht, hilflos ist nur der Einzelne.
                                            Der Einzelne, der sich den Lemmingen anschließt um mit ihnen über die Klippe zu gehen.
                                            Der vor seinem Facebook-Account sitzt, alles weiß, aber von nichts eine Ahnung hat.

                                            Wer also sicher ist, dass er sich eine Veränderung in Deutschland, und damit auch in Europa wünscht,
                                            sollte sich einmal viel Zeit nehmen und sich über die Größe der Wahrscheinlichkeit Gedanken machen,
                                            dass sich unter einer weiteren Regierung durch eine der "Volksparteien" (gleich welcher), bzw. einer Koalition
                                            derer, wirklich etwas ändert.

                                            Der FDP-Politiker Andreas Pinkwart z.B. hatte in einem ZDF-Interview mit Marietta Slomka zum finanzpolitischen
                                            Sanierungsprogramm der FDP Stellung genommen. Er hat viel erzählt, nur gesagt hat er nichts.
                                            Auf mehrfache Nachfragen zu konkreten Fakten gab es von Herrn Pinkwart nur immer neues inhaltsfreies Gerede.
                                            Natürlich kann der Mann keine Zahlen nennen.
                                            Es ist schlimm genug, dass die FDP von insgesamt 10,5 Milliarden Euro, gleich 5 Milliarden bei der Agentur für
                                            Arbeit einsparen will (dann könnte Arbeitslosigkeit bald sofort Hartz-IV bedeuten - irgendwo muss es ja herkommen).
                                            Die militärischen Einsparungen sollen sich dagegen auf gerade eine halbe Milliarde belaufen.
                                            Wie sollte er diese Pläne im Fernsehen rechtfertigen ohne sich den ungebremsten Zorn der Bevölkerung zuzuziehen?
                                            Einfach indem er das Kind nicht beim Namen nennt, sondern sich in eine sinnfreie Endlosschleife redet.
                                            Ganz ehrlich und Hand auf's Herz. Könnte man nicht an der Griechenlandhilfe sparen? Bevor wir selbst nicht mehr
                                            wissen wie wir "Brot" sagen sollen?

                                            Und liebe Leute, die Ossis haben es uns bei einer weit unangenehmeren Regierung erfolgreich vorgemacht,
                                            was man, ohne die Mächtigen à la Ceausescu zu entleiben, für andere Verhältnisse tun kann.
 

                                            Eine Partei, die in ihrem vollen Namen sozial als Wortbestandteil beinhaltet, hat schrittweise die Kluft
                                            zwischen Arm und Reich vertieft und verbreitert.
                                            Jeder der einmal bei einem JobCenter Hartz-IV (ALG-II) beantragt hat, kann bestätigen, dass
                                            das SPD-Projekt Agenda 2010 eines nicht ist, nämlich sozial. Dr. Helmut hätte das nicht besser machen können.

                                            Nicht nur weil in den ersten Jahren an den vielen starren Regelungen immer wieder nachgebessert werden
                                            musste, sondern weil die Behandlung von Menschen durch Behörden auch heute noch an allen Enden
                                            gravierende Mängel aufweist, die dann langwierig die Sozialgerichte beschäftigen.

                                            Z.B. indem in einem JobCenter BWL-Absolventen ihre Arbeit verrichten, und nicht in der Lage sind, 9 durch 2
                                            zu teilen und Standardbriefe an Leistungsempfänger verschicken, mit denen man zu hoffen scheint, heimlich
                                            Teile der Leistung abzwacken zu können. In dem Fall so geschehen, wegen angeblich in der Miete (die das JC
                                            zahlte) enthaltener Kosten für Warmwasser. Dreist wurde zudem behauptet, der Vermieter hätte das so bestätigt.
                                            Eine Rückfrage des Betroffenen bei seiner Hausverwaltung ergab, das nie ein JobCenter eine solche Anfrage
                                            gestellt hatte. Und folglich diese "Auskunft" auch nicht gegeben wurde.
                                            Klar, bei Warmwasser durch einen elektrischen Durchlauferhitzer bei dem der Mieter den Strom dafür ohnehin
                                            selbst bezahlen muss.

                                            Etwas konkreter noch:
                                            Herr 95% verliert seinen Job, hat vorher 10, 15, 20 oder noch mehr Jahre gearbeitet, und brav die
                                            Pflichtbeiträge in die Arbeitslosen-, Pflege-, Kranken- und Rentenversicherung eingezahlt.
                                            (Er hat sich an der Einführung des Solidarpaktes erfreuen dürfen, und wurde mit der Praxisgebühr
                                            beglückt. Er hat die Zuzahlung zu Medikamenten kennen lernen und mittragen dürfen.
                                            Und er freut sich heute in einer wachsenden Gemeinschaft auf ein Arbeitsleben bis zum 67. Lebensjahr.
                                            Zu guter Letzt stellt Herr 95% noch fest, dass wir Ende 2012 weiterhin die Praxisgebühr bezahlen,
                                            obwohl diese schon längst Geschichte sein sollte. Doch trotz wiederholter Vorstöße verschiedener Politiker,
                                            halten die Entscheider an ihr fest. Der nächste mögliche Termin für einen Wegfall ist im November 2012 der
                                            01.01.2013)

                                            Das alles ist jetzt egal. Herr 95% zahlt ja nicht mehr ein, sondern benötigt Leistungen aus einer Versicherung,
                                            in die er vorher für den nun eingetretenen Fall eingezahlt hat. Wie z.B. beim Auto.
                                            Die genannten Beiträge heißen ja nicht umsonst Beitrag zur Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und
                                            Pflegeversicherung (Sozialversicherung).
                  
                                            Und das ist unbequem. Welche Versicherung zahlt schon gerne aus? Eine Versicherung verdient ja nur an  
                                            Einnahmen ohne Versicherungsfälle. Alles andere sind Kosten.
                                            Deswegen prozessieren viele Versicherungen gerne gegen ihre Versicherungsnehmer (Kunden)
                                            um die vereinbarte Leistung nicht erbringen zu müssen.    
                                            Rein wirtschaftlich betrachtet ist das völlig logisch. Wenn man nur die Zahlen sieht und die Menschen
                                            dahinter ausblendet.

                                            Nur ist in eben diesen Fällen - abgesehen von der gesetzlichen Krankenversicherung - der Staat
                                            der Versicherungsträger, bzw. Auftraggeber des Versicherungsträgers.
                                            Und zwar aus einem einzigen Grund. Der Bürger, der ja in der Masse den Staat darstellt und ihn auch
                                            gleichzeitig ernährt, soll immer das gute Gefühl haben, dass es unter ihm ein sicheres Netz gibt, falls das
                                            Leben mal nicht geradeaus will.   

                                            Die Praxis sieht leider anders aus, als man Herrn 95% immer wieder erzählt.   
                                            Norbert Blüm versicherte 1986: "Die Rente ist sicher". Er hat nicht gelogen.
                                            Er war so intelligent, dass er dazu keine Zahlen genannt hat.
                                            Selbst wenn jeder Rentner im Monat 5 Euro Rente bekäme - er bekäme sie.
                                            Niemand hat gesagt, dass der Rentner auch von seiner Rente leben können muss!
                                            Niemand sagt uns heute, dass wir als Rentner werden arbeiten müssen.
                                           
                                            Hier sind wir wieder bei den 95%...

                                            Herr 95% sitzt also nun beim JobCenter. Er war maximal 2 Jahre Empfänger von ALG-I.
                                            Dieses lag so bei 65% seines letzten Einkommens (ohne die lustigen Abzüge die noch vor der Auszahlung
                                            vorgenommen werden).
                                            Nun muss sich Herr 95% komplett nackig machen. Alles muss angegeben werden.   
                                            Alles was in irgendeiner Form einen reellen Wert darstellt. Auch die BAV (Betriebliche Altersvorsorge)
                                            in die Herr 95% und sein früherer Arbeitgeber monatlich eingezahlt haben.
                                            Und das ist für Herrn 95% kaum zu fassen. Seine private Rentenvorsorge ist fällig.

                                            Solange Herr 95% seine private Rentenvorsorge nicht aufgebraucht hat,
                                            bekommt er vom JobCenter nicht einen Cent.

                                            Denn das JobCenter ist nur für die Sicherung der Existenz zuständig.
                                            Und das ist wortwörtlich so gemeint. Kann der Anspruchsteller seine Existenz aus eigenen Mitteln sichern,
                                            besteht für ein JobCenter keine Zahlungsverpflichtung.
                   
                                            Wenn die Rente von Herrn 95% dann nach seinem 67. Geburtstag nicht reichen sollte
                                            (falls er so alt wird, und das Renteneintrittsalter nicht erneut nach oben korrigiert wird) kann er dann ja wieder   
                                            bei einem "
Träger der Grundsicherung" vorsprechen.
                                            Liegt die Rente dann tatsächlich unter dem Existenzminimum, geht der Spaß von vorne los - alles auf den Tisch.

                                            Aber soweit ist Herr 95% noch lange nicht.
                                            Und während er im Wartebereich seines zuständigen JobCenter sitzt, liest Herr 95% eine Tageszeitung.

                                            Daraus erfährt er, dass Banken durch waghalsige Spekulationen in arge Bedrängnis gekommen sind,
                                            und nun mit staatlicher Hilfe gestützt werden. Der Staat ist für Herrn 95% nur ein abstraktes Wesen oder
                                            Gebilde. Nichts, das er in Worte fassen, oder sich als Person vorstellen kann. Der Staat ist für Herrn 95%
                                            eine wechselnde Gruppe von Politikern, die man immer mit ihren teuren Dienstwagen(affären)
                                            im Fernsehen sehen kann. Und das sind auch die Leute, die jetzt die Banken retten wollen.
                                            Das er selbst ein Teil dieses Staates ist, merkt Herr 95% nie - er wird ja nie um seine Meinung gefragt.

                                            Aber wenn die Politiker im Fernsehen etwas erklären, dann klingt das immer richtig gut, und wichtig.
                                            Und wer sich so gut mit dem auskennt was er macht, dass er im Fernsehen darüber spricht, dem muss
                                            man doch auch bei einer Wahl vertrauen können...

                                            Oops, die Steuern sollen/müssen erhöht werden, hat Herr 95% dann gelesen. Irgendwo muss ja das Geld
                                            herkommen mit dem Banken gerettet werden sollen.
                                            Herr 95% fragt sich zwar, warum die Banken, die jetzt unbedingt gerettet werden müssen, seinem Chef
                                            kein Geld leihen wollten um seinen und die Arbeitsplätze seiner Kollegen zu retten.
                                            Aber da haben die ja im Fernsehen gesagt, da hängt so viel dran, dass kann man nicht zulassen das die
                                            Banken bankrott gehen. Das hat der Herr 95% dann verstanden. Eine Bank braucht ja jeder irgendwie.
   
                                            Und seltsamerweise macht "der Staat" auch nach den Wahlen immer was anderes, als die Politiker aus
                                            dem Fernsehen versprochen haben. Aber es sind ja immer wieder andere Politiker.
                                            Also wenn ein Politiker Mist macht, denkt sich da Herr 95%, dann muss er eben gehen.
                                            Wie er, als er seinen Job verloren hat. Gut, den Mist hat da ein anderer gemacht, aber Herr 95%
                                            und seine Kollegen mussten trotzdem gehen. Damit die Firma überleben konnte.
                                            Weiter bezahlt wurde natürlich keiner von ihnen.

                                            Da möchte er gerne mit Christian Wulff tauschen. Der hat's richtig verbockt und bekommt weiter ansehnliche
                                            monatliche Bezüge als Ex-Präsident. Ungeachtet dessen was er angerichtet hat.
                                           
                                            Wie jetzt der Herr Schwarz, seines Zeichens frischgebackener Ex-Flughafenchef wegen Unfähigkeit Probleme zu
                                            lösen, oder zumindest zuzugeben. Er bekommt laut Vertrag weiter sein Einkommen.
                                            Wie kann ein solcher Vertrag gegenüber einer Bevölkerung rechtens sein, für die eine Kündigung die
                                            Arbeitslosigkeit bedeutet, während sie mit ihren Erträgen einem anderen "Arbeitslosen" weiterhin seinen Pomp
                                            finanziert. Einem, der erst mit seiner (Un)Tätigkeit andere in die Arbeitslosigkeit gebracht hat?


                                            Inzwischen hat Herr 95% den Bewilligungsbescheid zu seinem erneuten Antrag auf ALG-II (Hartz-IV) bekommen.
                                            Für seine Wohnung zahlt ihm das Amt ab sofort maximal 360 Euro weil er alleinstehend ist.
                                            (Trotz steigender Mieten hat sich dieser Satz nach dem Wissen von Herrn 95% seit der Einführung des ALG-II
                                            nicht verändert!)
                                            Für seinen Lebensunterhalt bekommt er weitere 382 Euro monatlich. Von den 382 Euro muss er alles bezahlen
                                            was außer der Miete anfällt. Also Strom und Gas, Lebensmittel, Bekleidung, Haushaltsgegenstände und bei Bedarf
                                            Einrichtungsgegenstände oder Renovierungen für seine Wohnung.

                                            Für jede nachweislich mit der Post verschickte Bewerbung, bekommt er im nächsten Monat 5 Euro
                                            erstattet, jedoch nur bis zu maximal 10 Bewerbungen pro Monat.

                                            Auch die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr muss Herr 95% aus den 382 Euro bestreiten.
                                            Als ALG-II-Empfänger bekommt er in Berlin den "Berlinpass".
                                            Der berechtigt zur ermäßigten Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs (mit dem Berlin-Ticket S),
                                            die dann nur noch mit 33,50 Euro zu Buche schl
ägt. Damit zahlt Herr 95% monatlich nur knapp die Hälfte
                                            des normalen Preises für ein Monatsticket (77 bzw. 78 Euro je nach Tarifzone).

                                            Die Politiker die dafür die gesetzliche Grundlage verabschiedet hatten, haben aber etwas übersehen:

                                            Herr 95% erhält also monatlich 382 Euro für seinen Lebensunterhalt, exklusive Miete.

                                            Ein Bekannter von Herrn 95% ist gerade erst arbeitslos geworden, bezieht also ALG-I.
                                            Damit hat der Bekannte von Herrn 95% keinen Anspruch auf den "Berlinpass".
                                            Deshalb muss er für jeden Fahrschein, wie auch für das Monatsticket den vollen Preis bezahlen.
                                            Nur weil er ALG-I bezieht. Die (geringe) Höhe seines ALG-I spielt dabei überhaupt keine Rolle!
                                            Es liegt nach der üblichen Berechnung über dem Satz der Existenzsicherung. Fertig.

                                            Er erhält monatlich 681 Euro ALG-I. Davon bezahlt er auch 275 Euro Miete. Danach bleiben ihm dann
                                            noch 406 Euro für den ganzen Monat übrig. Nachdem er die 77 Euro für das Monatsticket für die
                                            Berliner Innenstadt bezahlt hat (z.B. um zu Vorstellungsgesprächen zu fahren oder seine sozialen Kontakte
                                            zu pflegen) bleiben ihm noch 329 Euro für den ganzen Monat (also für Strom, Essen, Kleidung,
                                            Telefonanschluss, Rezeptgebühren etc. etc.).

                                            Der ALG-II-Empfänger Herr 95% hat also trotz seiner "niedrigeren Stellung im sozialen System" effektiv
                                            fast 20 Euro mehr als sein Bekannter, der erst seit kurzem arbeitslos ist.
                                            Auch wenn es ihn selbst nicht betrifft, Herr 95% findet das alles andere als sozial gerecht.

                                            Zusätzlich wurde der Bekannte bei seiner Agentur für Arbeit über folgendes informiert:
                                            Nur zu Beginn seiner Arbeitslosigkeit hat er einen Quasi-Anspruch auf eine Vergütung wie bei seiner letzten
                                            Beschäftigung. Je länger er (in Monaten gerechnet) arbeitslos ist, desto öfter wird sein Anspruch reduziert.
                                            Nach dem Wissen von Herrn 95% müsste sein Bekannter nach 2 oder 3 Monaten eine Stelle annehmen,
                                            die mit bis zu 300 Euro weniger Brutto bezahlt wird. Und das wiederholt sich.

                                            Nähme er eine Stelle für 1200 Euro Brutto an, käme er als Single ohne Kinder auf rund 900 Euro Netto.
                                            Würde er dann nach über einem Jahr erneut arbeitslos, bekäme er ALG-I in einer Höhe, die nicht mehr reichen
                                            würde, um seine Kosten zu decken.
                                            Er müsste zum JobCenter gehen und einen Antrag auf die Aufstockung seiner Leistungen von der Agentur für
                                            Arbeit stellen. Er wäre sofort Hartz-IV-Empfänger.

                                            Könnte er erst nach einem halben Jahr, eine erneut entsprechend weniger gut bezahlte Stelle annehmen, z.B. einen
                                            900-Euro-Brutto-Job, müsste er zu seiner Vollzeitbeschäftigung als "Aufstocker" zum JobCenter gehen,
                                            weil schon das Netto zu wenig wäre um zu überleben. Die Nettoeinkünfte lägen dann bei nur knapp 715 Euro.
                                            Der dann erneut bestehende Anspruch auf ALG-I, läge wieder unter dem Hartz-IV-Satz. 
                                           
                                            Im Frühstücksfernsehen hatte Herr 95% dann erfahren, dass nicht nur die Banken finanzielle Hilfe brauchen.
                                            Unser EU-Partner Griechenland hat finanzielle Probleme, die ohne Unterstützung der anderen Mitgliedsstaaten   
                                            nicht zu meistern sind. Deutschland sieht sich als Partner in der Pflicht. Alle müssen kürzer treten und die Griechen
                                            bekommen eine finanzielle Unterstützung in Milliardenhöhe.
                                            Aus dem Fernsehen hat Herr 95% aber auch erfahren, dass die schwerreichen Reeder in Griechenland keine
                                            Steuern zahlen müssen.
                                            Herr 95% versteht die Welt nicht mehr. Ihm wird vom Basissatz seiner Grundsicherung sogar ein Anteil für die
                                            Kirchensteuer abgezogen, wo er nicht einmal einer Kirche angehört, während ein Land vor dem Ruin steht,
                                            dass durch eine soziale Besteuerung der Superreichen und eine vernünftige Haushaltspolitik, weit weniger finanzielle
                                            Probleme hätte und nicht auf die Hilfe der übrigen Mitgliedsstaaten angewiesen wäre.

                                            Außerdem hat Herr 95% gehört, dass Griechenland in den letzten Jahren Waffenkäufe in Milliardenhöhe
                                            getätigt hat, ohne die die Situation des Landes weit weniger prekär wäre. Obendrein hat Griechenland auch für die
                                            Ausrichtung der Olympischen Spiele 2004 tief in die Kreditkasse gegriffen. Die immobil gewordenen Investitionen für ein
                                            kurzes olympisches Vergnügen, verrotten heute ungenutzt als Milliardengräber.
                                            Dann soll die griechische Regierung beim Beitritt in die EU auch noch falsche Haushaltszahlen angegeben haben.
                                            Jetzt fragt sich Herr 95% warum er beim JobCenter seine private Rentenvorsorge angegeben hat.
                                            Er rechnet kurz nach und stellt fest, dass selbst wenn er und unzählige andere bis an ihr Lebensende
                                            ALG-II-Empfänger blieben, nicht annähernd solche Kosten auf den Staat zukämen,
                                            wie durch die Rettung von Banken oder einem europäischen Bündnispartner.

                                            Und die haben vorher nicht einmal etwas für eine Versicherung im Rettungsfall eingezahlt.
                                            Herr 95% holt sich seine gesammelten Lohnabrechnungen und summiert seine Beiträge in die
                                            Arbeitslosenversicherung, seit dem Tag an dem er ins Erwerbsleben eingetreten ist.
                                            Langsam ergreift eine unausgeglichene Stimmung sein Gemüt, und er fängt an, den Sinn der EU in Frage
                                            zu stellen. Er sucht nach etwas, dass ihm persönlich einen Vorteil durch die EU aufzeigt.

                                            Während er so grübelt schaltet er den Fernseher ein.
                                            In den Nachrichten ist die Rede von deutlichen Strompreiserhöhungen als Folge des Atomenergieausstiegs.
                                           
                                            Bis zu dem Erdbeben und der Flutkatastrophe in Japan hatte sich Herr 95% nie Gedanken über einen GAU
                                            gemacht. In Deutschland war die Atomenergie ja immer sicher und es gab auch immer Strom.
                                            Aber nach dem Erdbeben hatte er eine Dokumentation im Fernsehen gesehen, in der es hieß, dass es auch in
                                            Deutschland schon seit Jahren immer wieder zu technischen Defekten und Pannen in AKWs käme.
                                            Herr 95% dachte zuerst, die Grünen haben das alles breitgetreten, weil es zeitlich passte, kurz vor den Wahlen
                                            in Baden-Württemberg. Aber es gab nach Fukushima auch immer mehr Dokumentationen über alternative
                                            Energiequellen. Und da änderte er seine Meinung. Wenn man Strom auch ohne Atom machen kann, warum
                                            nicht?
                                            Die hässlichen und lauten Windräder über die er schon so viel gehört hatte, stehen ja nicht vor seinem Fenster.
                                            Nur warum jetzt plötzlich der Strom so viel teurer werden soll, dass versteht Herr 95% nicht. Und er fragt sich,
                                            wie er als ALG-II-Empfänger jetzt noch seinen Strom bezahlen, bzw. wo er jetzt noch sparen soll, um den
                                            Strom bezahlen zu können.
                                            Beim JobCenter hat er einen ehemaligen Kollegen getroffen. Und der hat ihm erklärt, dass die AKW-Betreiber
                                            jetzt ein Problem hätten, auf dem sie aber nicht sitzen bleiben wollten.
                                            Es sei ganz einfach so, dass den alteingesessenen AKW- und KKW-Betreibern, auch die Stromleitungen gehören.

                                            Den Atomstrom wollen seit Fukushima aber immer weniger Leute haben, und auch die Kohleverstromung ist
                                            weder für unsere Umwelt, noch für unser Klima wirklich gesund. Deswegen wollen jetzt immer mehr Menschen
                                            Strom nutzen, der die Umwelt nicht schädigt oder mit dem Risiko einer nuklearen Katastrophe behaftet ist.

                                            Den AKW-Betreibern bleibt jetzt nur noch eine Frist bis 2020, bis sie ihre AKWs abschalten müssen.
                                            Dann haben sie viel teure Technik (totes Kapital) und nichts, was sie den Ökostrom-Anbietern entgegensetzen
                                            könnten (kein Kapital). Das müssen sie logischer Weise verhindern. Sie hätten aber schon viel früher über
                                            alternative Stromquellen nachdenken können... der Trend war die ganze Zeit da!
                                            Und wenn jetzt einer der Stromversorger, die auf umweltfreundliche Art Strom erzeugen, seinen Strom
                                            an seinen Kunden liefern will, dann muss er dazu die Leitungen der sog. Leitungsnetzbetreiber nutzen.
                                            Und die wollen dafür so etwas wie eine Strom-Maut, die "Durchleitungsgebühr". Die gab es schon immer,
                                            nur wird sie jetzt erheblich teurer.

                                            Herr 95% versteht das Problem nicht in seiner ganzen Tragweite. Er meint, wenn ein Hersteller z.B. von
                                            Autos seine Modelle nicht mehr verkauft bekäme, könnte er ja auch nicht die Preise für Ersatzteile
                                            so sehr erhöhen. Sein Ex-Kollege erklärt ihm: "Klar, die haben ja auch Konkurrenz. Du würdest Dir ein Auto
                                            bei der Konkurrenz kaufen und dann bliebe der Hersteller auch auf seinen Ersatzteilen sitzen.
                                            Aber stell Dir vor, dem Hersteller Deines Autos gehören auch die Straßen. Und er sagt Dir jetzt:
                                            Gut, Du willst meine Modelle nicht mehr haben? Schön. dann bezahlst Du eben dafür, dass Du mit Deinem
                                            neuen Auto auf meinen Straßen fahren darfst. In dem Fall wäre die Alternative das Fahrrad und ein Radweg.
                                            In Deinem Fall heißt die Alternative Kerze und Gaskocher. Die Leitungseigner sind in der Position in der sie es
                                            machen können."

                                            Das entsprechende Gesetz, das die Grundlage für die Strompreiserhöhungen zum Jahresbeginn 2013 darstellt,
                                            heißt im ganzen: Erneuerbare-Energien-Gesetz oder a
uch "Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien".
                                            Und weil die erneuerbaren Energien Vorrang haben, müssen die großen Stromverbraucher in der Industrie
                                            dafür erstaunlicherweise weit weniger zahlen, als die Masse der Bürger. Doch das reicht noch nicht.

                                            Um sich schon vor der Preiserhöhung ins rechte Licht zu rücken, geben die Atom- und Kohlekonzerne jetzt in
                                            einer Plakataktion auf Deutschlands Bahnhöfen den Slogan aus:
"EEG stoppen - sonst scheitert die Energiewende!"

                                            Dem Bürger soll so eine Meinung gebildet werden, zu der er unbeeinflusst oder besser "umgepolt" gar nicht käme.
                                            Nämlich zu einer, die sich dann gegen die Energiewende richten soll, die der Bürger doch die ganze Zeit wollte!
                                            Z.B. in dieser Form: "Der vollständige Ausstieg aus der bisherigen Energieerzeugung durch Kohle- oder
                                            Atomkraftwerke, bedingt durch den Wechsel hin zu den vielen verschiedenen Formen erneuerbarer Energie,
                                            muss irgendwie bezahlt werden." Wir sollen jetzt die Ablöse bezahlen, weil die großen Stromversorger über viele Jahre
                                            die Zeichen der Zeit ignoriert haben. Der Wunsch nach einem Ausstieg aus der Kernenergie ist weit älter als das
                                            Internet. Und damit auch die Frage, wo man denn die ausgedienten, weiter hochgradig strahlenden Brennstäbe für
                                            die nächsten paar 100.000 Jahre unterbringt. Ebenfalls so alt, ist der Lobbyismus um Atomkraftwerke und die
                                            Endlagerung in Deutschland. Und auch, dass ein Politiker allzu deutlich für die Wirtschaft Partei ergreift und dabei
                                            seine "Landesbürger" verkauft, ist keine neue Nachricht.                                         

                                            Da die großen Energie-Erzeuger schon lange existieren, haben sie sich zu einer Größe entwickelt, die es
                                            ihnen möglich macht, gewaltige Summen in diese Kampagne auf Deutschlands Bahnhöfen zu stecken.
                                            Diese Plakate sollen allgegenwärtig die Meinung in unseren Köpfen nachhaltig formen.
                                            (Als Werbemaßnahme ist diese dazu steuerlich absetzbar - wird also auch wieder von der Bevölkerung getragen)

                                            Wir sollen freiwillig wieder zurück wollen in die Arme derer, die uns mit  unserer Abhängig von ihrem Strom schon so
                                            lange Jahre am Gängelband geführt haben.
                                            Bisher konnten sie die Preise beinahe konkurrenzlos und beinahe vollkommen frei diktieren.
                                            Auch damit ist Schluss, wenn z.B. Betreiber neuer Energiequellen in großen Mengen Strom in die Netze einspeisen.
                                            Konkurrenz belebt das Geschäft - erwünscht ist sie aber nicht.
                                            So wird ein Gesetz zur Farce. Und der Atomausstieg könnte dadurch vereitelt werden.
                                            Die Bemühungen darum werden wir in den kommenden Wahlkämpfen erleben, da ist sich Herr 95% sicher.
                                            Politiker und Energie-Lobbyisten werden sich wie immer gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben, wenn es um
                                            die Frage geht, wer an den steigenden Preisen die Schuld trägt. Denn alle unter ihnen wissen: es ginge auch anders.
                                            Nur weiß das der größte Teil der Bevölkerung nicht. Und beide Seiten sorgen dafür, dass das auch so bleibt.
                                           
                                            Da die großen Stromversorger nun auch die Strompreise für ihre verbliebenen Kunden drastisch erhöhen,
                                            nehmen diese ihrerseits nur allzu oft an, dass die "Aussteiger" Schuld an der Verteuerung des Stroms sind.
                                            Und schon hat man die Bevölkerung in zwei unvereinbare Lager gespalten. Widerstand wird so erschwert.
 
                                            Jetzt ist es allerhöchste Zeit wach zu werden und sich gegen solche Massenmanipulation zur Wehr zu setzen.
                                            Z.B. durch die Teilnahme an einer Aktion von Campact.de.

                                            Zusätzlich zur kommenden Strompreiserhöhung, mit der auch die Regierungsparteien im Stillen das genaue Gegenteil
                                            dessen anstreben, was man uns im Frühjahr 2011 nach Fukushima versprochen hat, kommt ein weiteres "Bonbon"
                                            auf uns zu.

                                            Die für 2013 geplante Haushaltspauschale. Diese empfindet Herr 95% als eine weitere Zumutung durch die Regierung.
                                            Allein das Wort ist eine Kampfansage für jeden, der für sein Geld hart arbeiten muss.
                                            Wird dieser Nachfolger der GEZ-Rundfunkgebühren tatsächlich eingeführt, und daran besteht aktuell kein Zweifel,
                                            dann müsste künftig jeder Haushalt einen Beitrag für Fernseh- und Rundfunksender zahlen.
                                            Ob man nun deren Leistungen und Angebote nutzt oder nicht, wäre dann so egal wie der Umstand, ob man einen
                                            Fernseher, bzw. ein Radio hat oder nicht. (Ursprünglich wurde die Rundfunkgebühr eingeführt, um die Öffentlich-
                                            Rechtlichen Sender zu finanzieren, da diese im Gegensatz zu privaten Sendern in ihren Programmen keine Werbung
                                            sendeten. Wenn Herr 95% aber bei Bekannten laufende Fernseh- oder Radiosendungen mitverfolgt, dann stellt er
                                            immer wieder fest, dass diese Sender trotz der Rundfunkgebühren Werbung senden.
                                            Sie haben also doppelte Einkünfte! Davon abgesehen, dass die meisten Bekannten von Herrn 95% bei Sendern
                                            wie ARD oder ZDF nur kurz reinzappen und wegen dem was dort gesendet wird, meist gleich weiter zappen.

                                            Unter dem Strich sollen wir also einen Pflichtbeitrag zu etwas leisten, das bereits bezahlt ist, und das obendrein über weite
                                            Strecken kaum einer haben will.
                                            Denn die Haushaltspauschale würde selbst dann fällig, wenn man mit Zelt und Schlafsack in einer sonst leeren Wohnung
                                            lebte!
                                            Die Bürger sollen nach den Plänen für diese Haushaltspauschale einfach mal wieder für eine neue Idee ihren
                                            Geldbeutel öffnen.

                                            Wieder einmal werden wir nach Strich und Faden verarscht und um unser Geld gebracht.
                                            Von Leuten die keine Vorstellung davon haben, wie die Masse der Bevölkerung lebt, und denen es offensichtlich
                                            auch völlig gleich ist, wie wir ihre Zeche zahlen.

                                            Nach seinem Mittagschlaf wurde Herrn 95% dann bewusst, dass er von keiner der Parteien, die er bisher immer   
                                            gewählt hatte, erwartet, dass sich an der Situation etwas ändern würde.
                                            Zu viele Politiker haben ihm schon falsche Versprechungen gemacht. Egal von welcher Volkspartei.
                                            Sein Leben lang hat er mit ansehen müssen, wie das Geld für das er gearbeitet hat immer weniger wurde,
                                            während es immer weniger wert wurde. Seine Kreditwürdigkeit sank, der Reallohn sank, die Kosten stiegen.
                                            Lohnerhöhungen blieben wegen Konjunkturschwankungen aus, die Steuern stiegen.

                                            Und immer hat es ein Politiker schöngeredet. Ist ja auch leicht, wenn man einen dicken Dienstwagen hat.
                                            Als ehemaliger Bundesminister oder sogar Präsident bekommt man vom Staat weiter stattliche Bezüge, wenn
                                            man das Amt gar nicht mehr ausübt, oder gar aus peinlichsten Umständen abgetreten ist.
                                            EU-Abgeordnete bekommen ihr Salär, selbst wenn sie bei den Sitzungen im EU-Parlament gar nicht anwesend sind.
                                            Für einen Arbeitnehmer würde das die Kündigung wegen Arbeitsverweigerung bedeuten. Nicht aber für einen EU-Diener.

                                            Als ehemaliger Bundeskanzler und geistiger Ziehvater des aktuellen sozialen Systems lebt es sich sicher leicht.
                                            Besonders mit einem hoch dotierten Posten in einem Vorstand oder ähnlichem.
                                            Aber wie steht es mit Menschen, die 40 Stunden in der Woche (oder mehr) einen Knochenjob machen
                                            und am Monatsende nicht wissen wie sie Brot sagen sollen?

                                            In einem Land in dem Menschen mit verhältnismäßigen Minilöhnen ihre Familien ernähren müssen, in dem
                                            für viele Vollzeitbeschäftigte der Verlust des Arbeitsplatzes sofort ALG-II (Hartz-IV) bedeutet, weil das letzte
                                            Einkommen so gering war, dass das ALG-I unter dem Existenzminimum läge, gesteht der ehemalige
                                            Bundesminister und jetzige Ministerpräsident von Bayern, Horst Seehofer, dass was Herrn 95% jetzt
                                            dämmert, nämlich:  "...diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen die gewählt werden, haben
                                            nichts zu entscheiden".
                                            Die Politiker sind nicht wirklich diejenigen die im Land das Sagen haben.

                                            Es sind mächtige Großkonzerne. Sie könnten allesamt hier ihre Zelte abbrechen und ins Ausland abwandern.
                                            Samt der noch in Deutschland vorhandenen Arbeitsplätze und dem Kapital das Sie z.B. durch die Lohnsteuer
                                            dem Bundesfinanzministerium bescheren. Und das kann und will sich die Politik nicht leisten.

                                            Herr 95% hat sich kurz entschlossen. Er will nicht länger wie gewohnt seine Kreuze machen.
                                            Er sieht auch nicht ein, warum er für 800 oder 900 Euro im Monat in Vollzeit arbeiten soll.
                                            Mit seiner Qualifikation in einem schlecht bezahlten Hilfsarbeiterjob für einen Subunternehmer.
                                            Zum einen hat er mit seiner Qualifikation für seine Verhältnisse einmal sehr gut verdient und konnte sich lange
                                            Jahre nicht beklagen. Zum anderen sieht er keinen Grund, die politische Finanzwirtschaft im eigenen Land länger 
                                            aktiv zu unterstützen. Nicht solange sein Einkommen gerade so zum Überleben reicht, aber Luxus nicht ansatzweise
                                            denkbar ist. Reiche machen Kreuzfahrten während er im Sommer im Park sitzt und die Tauben füttert.

                                            Herr 95% wird seine Freundin, Frau 5% heiraten und ihren Namen annehmen. Er wird sich nicht länger von
                                            den Medien und so genannten "Nachrichten" hinters Licht führen lassen. Er will seinen Kopf benutzen.
                                            Jetzt wo er selbst arbeitslos geworden ist, wo er die Welt von ihrer anderen Seite sieht.

                                            Als Herr 5% will er von Politikern behandelt werden wie ein Mensch, nicht wie dummes Steuervieh.
                                            Politiker sollten seiner Meinung nach ihren Job machen und nicht die Interessen eines Unternehmens
                                            vertreten. Schon gar nicht sollten sie parallel in Politik und Wirtschaft aktiv sein oder engere Kontakte zu
                                            denen Pflegen, die den größten Teil des im Staat vorhandenen Kapitals/Vermögens besitzen.

                                            Heiraten will Herr 95% aber erst, wenn er wieder einen fair bezahlten Job hat. Denn jetzt würde das
                                            JobCenter sagen, nachdem er seine private Rente aufgebraucht hat, hat seine Frau die soziale Pflicht.
                                            Ihr Einkommen würde bei einem erneuten Antrag nach der Heirat angerechnet. Im schlimmsten Fall
                                            müsste Frau 5% ihren Mann ernähren.
                                            Sie täte das sicher eine Zeit lang gerne, aber das Gefühl nicht einen Cent dazugeben zu können, dass
                                            möchte sich Herr 95% doch ersparen.
                                        
                                            Gerade erst hatte Herr (noch) 95% eine Vision vom Dasein als Rentner. Mit seiner Senioren-Gang wird
                                            er dann spät am Abend durch die städtischen Parks streifen, und Passanten berauben.
                                            Aber nicht etwa um sich direkt zu bereichern, sondern um möglichst schnell in staatliche Unterbringung
                                            zu gelangen. In den Justizvollzugsapparat. Die Grundsicherung ist da auf jeden Fall gewährleistet und die
                                            Tauben kann er beim Hofgang auch weiter füttern.
                                            Da er als Herr 5% jetzt auch weiter denkt, entwickelt er aus dieser Vision ein neues soziales System!
                                            Die "normalen" Strafgefangenen würden dann durchweg zu Alten- und Krankenpflegern ausgebildet.
                                            Auch der Bedarf an sonstigen Berufen die benötigt werden, würde aus den Inhaftierten gedeckt.
                                            Sie wären für die vollständige Versorgung der älteren Insassen zuständig. Ehemalige Vollzugsbeamte
                                            könnten in den Haftanstalten kostenfrei wohnen, und ihren Job weiter ausüben, solange es ihre
                                            Gesundheit zulässt.
                                            So würde durch die Zusammenlegung von Justizvollzug und Altenpflege ein in sich geschlossenes soziales
                                            System entstehen, das lediglich Gelder für Strom, Wasser, Bekleidung, Lebensmittel und ggf. für
                                            Materialien zur baulichen Instandhaltung vom Staat benötigt. Die Kosten lägen so unter denen, die bisher
                                            für Justizvollzug und Altenpflege aufgewendet werden müssen.