Ihr kriegt jetzt was wir wollen (Update, 04.06.2016)


Geschichte der Microsoft Betriebssysteme

Windows 10 - Der Griff nach unseren Daten

Ihr kriegt jetzt was wir wollen - so könnte man die neueste Aktion von Microsoft auch nennen.

Das der Konzern aus Redmond sehr an allen möglichen Informationen seiner Kunden interessiert ist, ist ja nun kein wirkliches Geheimnis.


Schon die "gute alte XP" hatte einen "Registrierschlüssel" namens *Alexa*, der bestimmte Informationen sammeln und an MS senden sollte. Um das zu verhindern, entwickelten Programmierer damals neue Tools wie "XP AntiSpy" oder "Sendeschluss" aus dem Hause SAD.

Mit Windows Vista landete Microsoft dann ein Eigentor, als viele Wechselbegeisterte feststellen mussten, dass das neue Windows auf der alten Hardware schleppend bis gar nicht lief, weil es nicht nur enorm viel Festplattenplatz beanspruchte, sondern auch Prozessoren und Arbeitsspeicher massiv in Beschlag nahm.

Da blieb den Herrschaften in Redmond nichts anderes übrig, als nachzubessern.
Einige der am häufigsten kritisierten Problemeigenschaften wurden entfernt - oder besser - entschärft.
Doch seinerzeit grundlegende Probleme blieben bestehen, als dann unter dem Namen Windows 7 das nächste "neue" Betriebssystem auf den Markt geworfen wurde.
Kein Wunder.
Denn wer sich die "Eingeweide" von Windows 7 genauer ansieht wird schnell feststellen, dass die Optik nicht etwa rein zufällig mit dem Vorgänger Vista beinahe identisch ist.
Denn Windows 7 ist nichts weiter als ein Update auf Vista. Dennoch wurde es als neues Betriebssystem verkauft - und fand im Gegensatz zur Vista reißenden Absatz.
(was im Hause MS nicht zum ersten Mal so geschah. Die XP war im Grunde auch nur eine 2000 mit Facelift und ein paar neuen Features.)

So viel zur Geschichte der MS OSs...

Ich z.B. habe mir gerade wegen massiver Probleme beim Updaten von Windows 7 gleich nach einer Neuinstallation (die Suche nach Updates fand kein Ende), das Update Pack von Chip herunter geladen und installiert. Und dort wird Windows 7 mit einer "Build-Nummer" gelistet, die mit 6.1 beginnt! Windows XP = Windows 5, Windows Vista = Windows 6

Microsoft macht da kein Geheimnis draus, auch wenn diese Information kaum einer zu sehen bekommt. Im "System" findet man lediglich den Eintrag zum installierten SP, weiter nichts.
Die "Build-Nummer" jedoch ist eine klare Aussage und für jedermann nachprüfbar.

Doch es wäre nur eine Lappalie, wenn das schon alles wäre.
Denn wie schon bei Win Vista läuft unter Windows 7 vieles nicht mehr.
Ältere Software, insbesondere hardwarenahe Anwendungen wie Brennprogramme laufen unter Windows 7 nicht mehr (z.B. Nero bis einschl. Version 8). Dem User bleibt also nichts anderes übrig, als auch seine Anwendungen neu zu kaufen.
Nur weil er ein neues Betriebssystem haben möchte, mit dem er auch in Zukunft noch den Vorteil von Sicherheitsupdates genießt, die ja für ältere Systeme irgendwann eingestellt werden (zuletzt betroffen war Windows XP). Und auch ältere Hardware wie z.B. Scanner für 32 Bit-Systeme, ist mit den neuen 64er-Systemen nicht kompatibel.
Der Kostenfaktor ist mitunter beachtlich und wer kein Geld dafür hat, fällt zumindest teilweise "unten durch". Mehr Speicher erfordert nämlich auch wieder mehr Netzteilleistung.
Die Grafikkarten aus AGP-Zeiten sind aus dem Rennen, da sie mit PCI-Express Steckplätzen nicht kompatibel sind. Entsprechend der Entwicklung bei den Betriebsystemen, gehen auch die Hardwarehersteller in die Zukunft. Wer sich ein neues Mainboard kaufen muss, wird schnell über fehlende IDE-Steckplätze stolpern und auf SATA-HDDs umsteigen müssen.
Diese sind wiederum ein Problem für die XP - denn die CDs für die Installation beinhalten keine SATA-Treiber. Während der Setup Routine findet die XP keine Festplatte auf die sich installieren ließe.

Wir sind also auch hier an der Tastatur, erneut auf dem Weg in eine 2-Klassen-Gesellschaft!
Wer keine Kohle für neue Hard- und Software einschließlich der Betriebssysteme hat, der muss ins I-Net-Cafe. Das Thema Datensicherheit kann man dann als reines Glücksspiel betrachten.
 

Der nächste Schlag ins Gesicht der User, war dann Windows 8.
Der erste Eindruck nach dem Anblick der Kacheln war für viele sehr irritierend. Wer hatte schon einen Monitor zum "wischen"? Nichts war mehr wie vorher, für viele war diese Neuorientierung alles, nur kein Vergnügen. Nicht jeder User ist auch ein PC-Crack.

Auch hier halfen Programmierer mit Zusatztools dabei, die alte, gewohnte Ansicht mit dem Startbutton
und dem Startmenü wieder auf den Monitor zu holen um mit einem Desktop arbeiten zu können.
Gut das es Computermagazine gibt, die bei solchen Fragen für viele unschätzbare Hilfe leisten.

Doch schon bei Windows 8 und 8.1 (Windows 9) kamen die neuen "Infofeatures" dazu.
Microsoft wollte "zur Verbesserung" der Anwendungen am Datenverkehr teilhaben.
Um mit den 8er-Systemen zu arbeiten, war das Microsoftkonto noch keine Bedingung ...
 

Im Sommer 2015 gingen dann die Infos zum Release eines neuen Windows auf die Reise.
Bei Microsoft macht man aus der Sammelwut keinen Hehl, sondern formuliert diese, wohl bedacht, in den Nutzungsbedingungen auch Servicevertrag genannt, vom 01.06.2015, der seit dem 01. August in Kraft ist, siehe hier.

Wie immer gab es sofort wieder Freaks, die immer alles haben müssen was neu ist, weil es neu ist.
Egal ob es auch gut ist. In der Fahrzeugtechnik gibt es immer wieder - auch folgenschwere "Kinderkrankheiten" bei neuen Modellen. Wir erinnern uns nur einmal an die Mercedes A Klasse und den Elchtest...

Vielen Usern scheint ihr eigene Privatsphäre völlig egal und die Sicherheit persönlicher Daten völlig Schnuppe zu sein. Und das betrifft nicht nur diese Leute selbst, sondern z.B. auch diejenigen, zu denen sie E-Mail-Kontakte pflegen oder mit denen sie via Skype, Team Speak o. ä. verkehren, gemeinsam spielen oder oder oder.

Und darauf scheint man bei Microsoft zu spekulieren. Verlassen will man sich aber wohl nicht allein auf die Gleichgültigkeit bzgl. Datenschutz und die Gier alles haben zu müssen was neu ist.
So sehe ich das.

Und ich kann auch sehr konkret erklären warum:
In einem Artikel von heise.de, den ich heute entdeckte, wird recht deutlich aufgezeigt, wie Microsoft das neue Windows 10 in möglichst kurzer Zeit auf möglichst vielen Rechnern zum laufen kriegen will.
Mit einer Aktualisierung aus der Zeit vom 04.09. bis 09.10.2015 installierten sich viele User unter Vista, 7, 8 und 8.1 das Update KB3035583.
Von Microsoft gab es natürlich keine Information darüber, welche Funktionen man damit auf seinem Rechner freischaltet. Und da man das Update ja nicht unter Zwang installierte, kann man das auch niemand vorwerfen. Doch diese Unwissenheit schützt vor ungewollten Updates nicht...

Hier geht's zu besagtem Artikel

Seither erscheint nicht mehr nur im Tray neben der Uhr das neue Windowslogo, sondern es poppt auch regelmäßig beim Systemstart von allein ein Fenster auf, dass einem das Upgrade auf Windows 10 auf's Auge drückt. Das ist der sichtbare Teil.
Doch KB3035583 macht noch einiges mehr. Z.B. ist es in der Lage die Vorabversionen zu liquidieren und auch das Zwangsupdate zu ermöglichen.

Zwangsupdate bedeutet hier, dass ab einem bestimmten Tag der User keinen Einfluss mehr darauf hat, mit welchem Betriebssystem er arbeitet. Sind die Hardwarevoraussetzungen erfüllt, wird automatisch Windows 10 installiert. Mit allen Konsequenzen. Angefangen mit dem Speicher fressenden Windows.old Verzeichnis, in das dann die alte Installation verschoben wird.

Doch der eigentliche Punkt meiner Kritik ist der, den auch Verbraucherschützer seit Wochen immer wieder äußern. Hier nur ein paar Links zum Thema:

techniksurfer.de

gamezone.de

pc-sicherheit.net

trailcampro.de

gulli.com

playm.de

pcgameshardware.de

Ob die Seitenbetreiber, die diese Informationen der Rheinland Pfälzischen Verbraucherschützer mittragen, nun alle paranoid sind oder nicht, sollte sich jeder selber fragen.
In diese Überlegungen sollte dann auch die Frage mit einfließen, warum gerade Microsoft nun auf einmal ein Betriebsystem an alle zu verschenken bereit ist, die schon mit einer der aktuell auf dem Markt befindlichen Versionen arbeiten. Wo doch noch vor wenigen Jahren eines der Hauptinteressen von Microsoft war, die illegalen Kopien auszuschalten und damit weitere Vervielfältigungen zu vermeiden.

Leider finden sich zum aktuellen Zeitpunkt außer dem Artikel von heise.de noch nicht all zu viele Seiten im I-Net, die sich mit dem Thema aktuell auseinandersetzen.
Da es sicher noch eine ganze Menge Menschen gibt, die sich weder bevormunden noch von Microsoft mit einem kostenlosen Betriebsystem ausspionieren lassen wollen, unterstütze ich mit diesem Beitrag eben diese Leute in ihrem Bestreben, sich gegen das Zwangsupdate zu wehren.

Und wenn man erst weiß wie es geht, ist es gar nicht so kompliziert.

Zuerst sollte man in der "Systemsteuerung" unter dem Punkt "Windows Update" nach dem besagten
KB3035583 suchen.
Dazu wird über den Weg "Systemsteuerung", "Windows Update", "Updateverlauf anzeigen" und "Installierte Updates" die Suche gestartet. Auf der Seite "Installierte Updates" einfach oben rechts im Suchfeld   KB3035583   eingeben. Wenn das Ergebnis in der Liste erscheint, einfach mit der Maus markieren und dann erscheint oberhalb der Liste neben "Organisieren" eine Schaltfläche "Deinstallieren" - da drauf klicken und anschließend, wenn die Aufforderung dazu kommt, den Rechner neu starten.
Das neue Windowslogo, dass sich seit Wochen im Tray eingenistet hatte, ist jetzt verschwunden.

Doch das ist erst die halbe Miete.
Nach dem Neustart muss nun verhindert werden, dass dieses Update erneut herunter geladen und installiert wird. Und das geht so:
Über den Weg "Systemsteuerung", "Windows Update" und "Einstellungen ändern" wird nun zuerst im drop down Menü "Wichtige Updates" folgendes ausgewählt:
"Updates herunterladen, aber Installation manuell durchführen"

Dann wird unter "Empfohlene Updates" das Häkchen vor "Empfohlene Updates auf die gleiche Weise wie wichtige Updates bereitstellen" entfernt und ganz unten mit "OK" bestätigt.

Nun muss bei künftigen Updates nur immer darauf geachtet werden, dass bei den "optionalen Updates" auf keinen Fall das Häkchen vor KB3035583 gesetzt wird. So hält man sich das Zwangsupdate vom Hals.


Update November 2015

Inzwischen hat sich allerdings gezeigt, dass man bei MS auch das verstanden hat.

Zum Ende 2015 wurde nach einem Update die Einstellung für "ausgeblendete Updates" geändert.
Schwuppdiwupp tauchte auf mehreren Rechnern erneut das neue Windowslogo im Tray auf.
Es ließ sich jedoch erneut wie bereits beschrieben wieder entfernen.
Nur das "KB3035583" jetzt nicht mehr unter den optionalen Updates aufgelistet wird, sondern
aktuell unter den "wichtigen" einsortiert wurde. So fällt es hier erst einmal nicht weiter auf.


Update 04.06.2016

Die Resonanz der User scheint weit hinter den Erwartungen von Microsoft zurück zu bleiben.
Microsoft verschärft die Gangart gegenüber den Usern, die noch immer nicht dahinter gekommen sind, wie sie den Wechsel auf Windows 10 verhindern können.

Erneut werden die User mit einer aktualisierten Variante des Zwangsupdates genervt.
Wieder erscheinen das Win-10-Logo im Tray (neben der Uhr) und die lästigen PopUps nach dem Systemstart. Doch wer jetzt meint, er könnte die Nerverei wie vorher mit dem "X" wegklicken, der wird sich böse wundern!

Denn wer jetzt wie gewohnt das PopUp zu schließen gedenkt, öffnet damit dem Zwangsupdate Tür und Tor!
Ja - kein Scherz. Wer auf das X für schließen klickt, der installiert sich Windows 10!
Ober er will oder nicht. Ohne weitere Nachfrage.

Dabei scheint es Microsoft überhaupt nicht zu stören, dass man wegen dieser Vorgehensweise schon im Dezember 2015 von Verbraucherschützern abgemahnt wurde. Was juckt's die Amis?

Und seit dem letzten Update macht mein Windows 7 jetzt Sachen, die ich kaum mehr erklären kann.

Ich vermute, dass Bugs jetzt nicht mehr gefixt sondern released werden, um den Nutzern der bei MS inzwischen ungeliebten alten Betriebssysteme Gründe zu zeigen, die sie auf Windows 10 einstimmen.
Windows 8 und 8.1 sind ja inzwischen auch dafür bekannt, dass sie dem Nutzer einfach den Weg ins Internet blockieren, indem die Netzwerkverbindung auf mysteriöse Art abkackt.
 

Was aber soll das alles?
Schauen wir uns Google oder Facebook an. Beide sammeln Daten ohne Ende. Und es ist auch kein Geheimnis mehr, dass sich Nutzer- und andere, persönliche Daten zu einem Wirtschaftsgut entwickelt haben, mit dem man Geld verdienen kann. Glaubt Ihr wirklich, dass man das nicht inzwischen auch bei Microsoft verstanden hat? Was liegt also näher, als seine Kunden über die Betriebssysteme zu bitten, einem den Zugriff auf ihre Daten zu ermöglichen? NICHTS.

Wer mir heute noch immer erzählt, er habe nichts zu verbergen oder es sei ihm egal wer welche Daten von ihm oder ihr hat und was derjenige damit anstellt, der hat meiner Meinung nach nicht alle Latten am Zaun.

Es geht schon lange nicht mehr nur darum, das man mit Werbung zugeballert werden kann, die ganz gezielt auf einen abgestimmt wird, weil man mit seinen Vorlieben im Netz hausieren geht.
Keiner kann für die Sicherheit der gesammelten Daten garantieren - und eben da wird es brenzlig.

Denken wir mal an den Hack, als bei Sony die Daten der PS-Kunden gestohlen wurden. Da ging es auch um Kreditkartendaten. Niemand wird mir erzählen wollen, es würde ihn nicht kümmern, wenn Hacker sein Konto abräumen würden - oder?

Aber auch persönliche Daten könnten missbraucht werden. Nehmen wir mal einfach einen Datensatz, der ausreicht um online auf den Namen eines anderen einzukaufen, ein Hostingpaket zu buchen um darüber weitere illegale Aktivitäten zu realisieren oder jemanden einfach nur im Netz zu diffamieren.

Und ganz zuletzt könnte man am Ende selbst ins Visier einer Fahndung geraten, nur sich weil jemand anderer bei seinen illegalen Umtrieben für DICH ausgegeben, oder Spuren hinterlassen hat, die DICH in Verdacht bringen.

Und wie schon erwähnt, liegt beim Datenverkehr oft genug noch das Risiko auf der Hand, das z.B. der Absender einer E-Mail seine Daten über DICH preisgibt, weil DU es zulässt.
Ein Beispiel: Deine Freundin schickt Dir scharfe Fotos von sich um Dich anzumachen. Wen gehen die bitte etwas an? Microsoft? Gewiss nicht.

Unsere Geheimdienste nehmen sich schon genug heraus und überschreiten dabei auch rechtliche Grenzen --> Beispiel 1, Beispiel 2, für mehr, einfach mal Google fragen.
Warum sollen wir auch noch Firmen wie MS kostenlos mit unseren Daten füttern, damit diese die dann verkaufen oder in eigenem Sinne kommerziell nutzen?
Damit die daraus Kapital schlagen können von dem wir nichts haben???

Einfach mal nachdenken